Lässt sich Digitalisierung einfach machen? Ja, meint Carsten Schröder, President of Cloud-ERP bei Haufe X360. Cloud-ERP-Systeme erleichtern den Einstieg in die Digitalisierung, denn gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind sie kostengünstig und schnell implementiert. Alle Vorteile im Interview.

Für wie wichtig halten Sie die Digitalisierung der Geschäftsprozesse in mittelständischen Unternehmen?

Sie ist essenziell. Die Corona-Pandemie hat den Handlungsbedarf noch einmal deutlich hervorgehoben. Dabei wird die Digitalisierung oftmals verwechselt mit einem 1:1-Transfer analoger Prozesse in digitale. Vielmehr gilt es aber, grundlegend zu hinterfragen, wie eine wirkliche Optimierung von Prozessen und Geschäftsmodellen aussehen sollte. Wie können Unternehmen sich konsequent auf Kunden und Märkte ausrichten? Was braucht es, um neue Geschäftsfelder erschließen zu können? Wie werden neue Absatzpotentiale erkannt und schnell nutzbar gemacht? Das alles sind Grundsatzfragen, die während der fortlaufenden digitalen Transformation handlungsleitend sein sollten.

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Was ist der größte Mehrwert digitaler Geschäftsprozesse für kleine und mittlere Unternehmen?

Ganz offensichtlich sind die Aspekte Effizienz- und Umsatzsteigerung. Digitalisierung ist schließlich kein Selbstzweck. Bestehende Prozesse können dank Technologie vereinfacht und teilweise sogar automatisiert werden, das spart Zeit und Kosten. Digitale Geschäftsprozesse sind aber kein „nice to have“, um lediglich aus dem Status-Quo das Maximum herauszuholen. Sie sind die Grundlage, um künftig wettbewerbsfähig zu sein, wachsen zu können und letztlich überhaupt marktrelevant zu bleiben.

Neue Geschäftsmodelle entstehen heute fast ausschließlich auf Basis von Daten und neuen Technologien. Wer seinen Markt gestalten und innovieren will, muss grundlegend digital denken. Somit sind neben Effizienz- und Umsatzsteigerung die weiteren Vorteile der Erhalt der Zukunftsfähigkeit und die erfolgreiche Geschäftsentwicklung.

Wo steht der deutsche Mittelstand in punkto Digitalisierung?

Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt: Digitalisierung ist ein Muss. Gerade jetzt, in Krisenzeiten, zu investieren, fällt jedoch vielen schwer. Es fehlt mitunter der Weitblick und auch die Expertise, wie das Thema initial angegangen werden kann.

Wir merken aber auch, dass gerade Cloud-ERP-Lösungen den Einstieg in die Digitalisierung für kleinere und mittlere Unternehmen erleichtern, da der Wechsel einfach gelingt, keine Hardwarekosten anfallen und IT-Abteilungen dank Wartung durch den Hersteller obsolet sind. Diese Erkenntnis muss sich im Mittelstand verbreiten. Denn es geht nicht um die Frage, ob ich heute oder morgen investiere, sondern um die Frage, ob ich morgen noch wettbewerbsfähig bin, wenn ich heute nicht investiere.

Wo gilt es in Sachen Digitalisierung von KMU anzupacken und aufzuholen?

Die konjunkturellen Unsicherheiten unserer Zeit zwingen Unternehmen mehr denn je dazu, den Spagat zwischen finanzsensitiver Planung und einer explorativen Innovationsstrategie zu meistern. Die Herausforderung liegt darin, unter hohem Kostendruck das Unternehmen sanieren und gleichzeitig Geschäftsmodelle anpassen oder gar neue Potenziale erschließen zu können. Die Krise hat die Natur des Commercial Plannings verändert – umso wichtiger wird es, dass Geschäftsführer anhand von Business-Intelligence-Analysen Geschäftsprognosen und Szenarien für die Zukunft entwickeln und erhaltende Investmententscheidungen treffen können.

Genauso wichtig ist es, dank transparenter Unternehmens- und Prozessdaten produktivitätssteigernde Optimierungen oder neue Potenziale zu erschließen. Eine zentrale Unternehmenslösung, die alle Geschäftsbereiche digital erfasst und solche Analysen ermöglicht, ist das Fundament. Daher mein Plädoyer: Lieber jetzt entschlossen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur investieren als einem rigorosen Sparzwang zu folgen.

Erkennen Sie durch die Corona-Krise ein Umdenken, wenn es um die Digitalisierungsvorhaben in Unternehmen geht?

Ja, an vielen Stellen sehen wir, dass die Corona-Krise als Digitalisierungsbeschleuniger gewirkt hat. Es ist eigentlich schade, dass es diesen Trigger gebraucht hat. Wer früher schon in die digitale Transformation investiert hat, der profitiert heute umso mehr. Das sehen wir an zahlreichen Digitalisierungsgewinnern, etwa im E-Commerce.

Es gibt aber auch Unternehmen, die dringend notwendige Investitionen aufgrund der Wirtschaftskrise scheuen. Hier ist Weitblick gefordert und Mut, jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Sonst wiegen die Kosten des Nichtstuns langfristig schwerer als die des Wechsels.

Wie können KMU die Digitalisierung in ihrem Unternehmen in Angriff nehmen? 

Besonders kleinere und mittlere Unternehmen können auf Basis moderner Cloud-ERP-Systeme wie Haufe X360 den Schnellstart in die digitale Welt meistern. Für uns ist Haufe X360 der Digital Transformation Hub für Unternehmen, der mit seinen Kunden mitwächst und den Weg bereitet für wichtige Gegenwarts- und Zukunftsthemen wie Automatisierung, maschinelles Lernen, Internet der Dinge und Blockchain.

Das ERP kann also eine zentrale Rolle einnehmen, damit Unternehmen den stetigen Wandel mitgestalten und aktiv fördern, um zukunftsfähig zu bleiben. Langfristig ist kein Geschäftsmodell erfolgreich. Unternehmen hingegen schon, wenn sie agil, flexibel und innovativ auf neue Markt- und Kundenanforderungen reagieren. Ein Ja zum ERP-System heute entscheidet über das Dasein in Zukunft!

Die Auswahl an ERP-Systemen ist groß. Worauf sollten KMU bei der Wahl des richtigen ERP-Systems achten?

Im Mittelstand ist eine schnelle und kostengünstige Implementierung einer ERP-Lösung wichtig. Hier sind Cloud-Lösungen mit hohem Standardisierungsgrad empfehlenswert, die neben einer schnellen Einführung auch durch Wartungsfreiheit, geringere Kosten und hohe Sicherheitsstandards punkten.
 
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sehe ich keine Notwendigkeit, sich ein großes, statisches ERP-Monster à la Enterprise-Suite in den Keller zu setzen. Stattdessen sollte die ERP-Lösung technologisch flexibel genug sein, um mitzuwachsen, wenn das Unternehmen sich verändert oder skaliert. Dazu gehört eine offene Plattformarchitektur, an die sich neue Anwendungen und Web-Services via Schnittstellen integrieren lassen.

Immer wichtiger ist auch das Thema Data Analytics. Strukturierte Daten sind die Grundlage für KI und Automatisierung. Auch für eine BI-basierte Finanzplanung und Geschäftsprognosen sind Daten der Schlüssel. Daher ist es wichtig, dass die Unternehmenslösung Daten aus allen Unternehmensbereichen präzise, in Echtzeit und über Abteilungs- und sogar Unternehmensgrenzen hinaus aggregieren, miteinander vernetzen und gebündelte Analysen erstellen kann.

Nehmen Sie eine stärkere Nachfrage nach nativen Cloud-ERP-Lösungen wahr?

Ganz klar: ja. Und die Pandemie verstärkt diesen Trend in unseren Augen. Besonders KMU können sich dabei optimal für die Zukunft aufstellen, wenn sie sich für ein Cloud-ERP-System entscheiden. Denn das ermöglicht nicht nur schnelles Wachstum, Skalierbarkeit und langfristige Umsatzsteigerung, sondern erleichtert auch massiv den Einstieg in die Digitalisierung. Gleichzeitig sind native Cloud-ERP-Systeme hochflexibel und lassen sich in ihrem Leistungsumfang jederzeit an die aktuellen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen. Das gilt auch für die Kosten: Bezahlt wird nur, was auch tatsächlich genutzt wird. Gerade in Krisenzeiten ist eine solche Flexibilität entscheidend.
 
Ein wichtiger Pluspunkt: Cloud-ERP-Systeme gewährleisten ein Maximum an Datensicherheit und sorgen zusätzlich dafür, dass Nutzer durch automatische Updates auch technologisch immer auf dem neuesten Stand sind – auch ohne eigene IT-Abteilung. Das Knowhow in Sachen Cybersecurity und Datenschutz, das Cloud-Hersteller bieten, können kleinere Unternehmen kaum aufbauen – geschweige denn Investitionen in gestiegene Sicherheitsanforderungen tätigen. So sind Unternehmen mit Cloud-Lösungen bei Weiterentwicklungen im Zuge der digitalen Transformation viel besser aufgestellt.
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