Künstliche Intelligenz und ERP sorgen für höchste Effizienz

Aktualisiert: 01. November 2022

5 min.

Haufe Redaktion Cloud ERP Innovation & Technologie

Im ERP-System laufen die Daten aller Geschäftsprozesse an zentraler Stelle zusammen. Auch wenn viele Firmen ein ERP noch gar nicht eingeführt haben: Der Nutzen einer einheitlichen ERP-Software auf Unternehmensebene ist unbestritten. Derweil schreitet die Digitalisierung weiter voran. Neuen Herausforderungen stehen innovative Möglichkeiten wie der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) gegenüber.

KI in ERP-Systemen

Künstliche Intelligenz macht ERP-Systeme smart. Auf der Grundlage von Algorithmen können die Daten des ERP auf Muster und Strukturen überprüft und miteinander in Korrelation gesetzt werden. Künstliche Intelligenz in ERP-Systemen ist immer dann sinnvoll, wenn es gilt Automatisierungen und Prozesssicherheit voranzutreiben, Transparenz (Internet of Things) und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darüber leistet das sogenannte ERP-Machine-Learning durch Services wie Sprach-, Bild- und Texterkennung und virtuelle Assistenten wertvolle Unterstützung.

Funktionsweise

Moderne ERP-Systeme bilden das Herz der Unternehmens-IT. Die Integration maschineller Lernverfahren, intelligenter Algorithmen und leistungsfähiger ERP-Module erweitert die Funktionalität der Software um die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI). Der Branchenverband Bitkom definiert KI wie folgt:

„Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschenähnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“

Wahrnehmen. Verstehen. Handeln. Lernen. Vier elementare Fähigkeiten kennzeichnen das Machine-Learning. Was unspektakulär klingt, gleicht einer Revolution bei der elektronischen Datenverarbeitung. Abgelöst wird das bisher gültige Prinzip: Eingabe. Verarbeitung. Ausgabe. Das Neue an der KI ist das Verstehen und Lernen. Hinter dieser einfachen Erklärung verbirgt sich die logische Verknüpfung von Daten und deren Korrelation. „Verstehen“ und „Lernen“ erweitern die Funktionsfähigkeit – und damit auch das Potenzial – des ERP-Systems. Künstliche Intelligenz ist geeignet, um Strukturen und Prozesse zu verändern, Ressourcen selbstständig zu verwalten und neue Schnittstellen zu schaffen.

Voraussetzungen

Festzuhalten ist: KI ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern eine Frage der Einstellung. Das Zusammenspiel von ERP und KI bietet Unternehmen jeglicher Größe eine Fülle an Chancen und Vorteilen. Ganz praktisch betrachtet: Selbstlernende Automatisierungen reduzieren die Fehlerrate und schalten menschlich verursachte Fehler nahezu vollständig aus. Bis es so weit ist, müssen die Unternehmen allerdings einen Prozess durchlaufen.

Um dem eigenen ERP-System mit den Möglichkeiten der KI zu mehr Performance zu verhelfen, sind Datenbasis und Datenqualität von entscheidender Bedeutung. Eine umfassende Datengrundlage ist Treibstoff für die KI. Dabei gilt: Je mehr valide Daten vorhanden sind, desto leistungsfähiger kann das intelligente System arbeiten. Motor der KI sind leistungsfähige Algorithmen. Sie arbeiten nur dann effektiv, wenn die Datengrundlage hochwertig und umfassend ist. Sind ausreichend Daten vorhanden, steht eine ausgiebige Trainingsphase an – die KI erwirbt Wissen und Kompetenz, um Kontextualisierungen erfolgreich und mit großer Sicherheit zu absolvieren.

Wichtig zu wissen: Prozesse gänzlich ohne menschliche Verifizierungen ablaufen zu lassen, ist nicht das Ziel eines ERP-Systems, das auf den Einsatz von KI setzt. Vor allem, wenn es um unbekannte Sachverhalte geht, ist das Zusammenspiel von Mensch und Maschine weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil der Erfolgsgeschichte.

Anwendungsgebiete

Die KI-gestützte Automatisierung von Geschäftsprozessen zählt zu den wichtigsten Anwendungsfällen der intelligenten Technologie. Damit bedient KI den Bedarf der Unternehmen, das eigene Rationalisierungspotenzial zu heben. Das smarte ERP wird damit sukzessive zu einer selbstlernenden und selbstgesteuerten Geschäftsanwendung, das Prozesse automatisiert und in der Lage ist, auf Veränderungen in Echtzeit zu reagieren.

Prozessautomatisierung

Die Auswertung vorhandener und aktueller Daten dient der Prozessoptimierung durch Automatisierungen. Im Zuge der Datenauswertung erfolgt eine Mustererkennung. Auf dieser Grundlage erarbeitet die KI Vorschläge, um das Optimierungspotenzial von Prozessen und vor allem Routineaufgaben auszureizen. Dazu werden vorhandene Fehlerquellen und veraltete Verfahren identifiziert. Besonders sinnvoll sind Prozessautomatisierungen bei häufig wiederkehrenden Vorgängen. Neben deutlichen Kosteneinsparungen ist vor allem eine deutliche Steigerung der Effizienz bei der Prozessoptimierung durch den Einsatz der KI zu beobachten.

Prognosen

Sogenannte Predictive Analysis auf der Grundlage von KI können im engen Wettbewerbsumfeld ein echter Vorteil für den Handel oder die Fertigungsindustrie sein. Historische Daten dienen der KI dabei als Grundlage für Optimierungsvorschläge. So können beispielsweise saisonale Muster dazu dienen, um zuverlässige Vorhersagen zu treffen und Maßnahmen einzuleiten – mit allen erforderlichen Auswirkungen auf die Produktion. Gleiches gilt auch bei Störungen: KI-Prognosen werden in Echtzeit erstellt und ermöglichen zielgenaues Eingreifen in kritische Vorgänge.

Lagermanagement

Nie war die Lieferfähigkeit aktueller als derzeit. In Anbetracht gestörter Lieferketten ist eine 24/7 Überwachung von Lagerbeständen, Lagerbewegungen und Lieferungen von unschätzbarem Wert. KI für das Lagermanagement unterstützt Sie dabei, Lagerbestände gering zu halten, ohne dadurch Lieferengpässe zu verursachen. Informationen zu Beschaffung und Rohstoffmanagement stehen wie alle anderen Daten zum Lagermanagement sofort nach der Buchung in Echtzeit zur Verfügung. KI sorgt dafür, dass Engpässe frühzeitig erkannt werden und erstellt auf Wunsch Indizes zu saisonalen Besonderheiten.

Finanzmanagement

Eine saubere Analyse der Finanzdaten unter Berücksichtigung aller Kosten, Transaktionen und Rechnungen bildet die Grundlage einer weitsichtigen Geschäftsführung. Vor allem bei der Prüfung wiederkehrender Buchhaltungsprozesse und Transaktionen leisten Automatisierungen wertvolle Dienste. Gleiches gilt für Rechnungen und Berichte. KI erkennt außerdem Muster in der Finanzplanung und sorgt damit für Transparenz.

Kundenservice

Im Regelfall entfaltet KI ihre Leistungsfähigkeit weitgehend im Verborgenen. Kunden und auch viele Mitarbeitende spüren nur geringe Auswirkungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Eine Ausnahme findet sich allerdings im Bereich Sales. KI ermöglicht es, in Online-Umgebungen auf flexible Benutzeroberflächen zurückzugreifen und den Usern so einmalige Einkaufserlebnisse zu ermöglichen. Diese Form der Personalisierung sorgt beispielsweise dafür, dass Usern häufig genutzte Elemente auf dem Startbildschirm angezeigt werden. Auch Servicemitarbeitenden erleichtert KI die Arbeit. So können Chatbots User durch Verkaufsprozesse leiten oder Supportanfragen annehmen. Damit wird ein smartes ERP zum virtuellen Mitarbeiter für Sales und Support.

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