Es gibt grünen Strom, grünen Wasserstoff – und grüne Software? Was der Betrieb von Unternehmenssoftware mit Nachhaltigkeit zu tun hat und wie Sie als Unternehmer:in die Umwelt schonen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ein ökologisch überlegtes und nachhaltiges Handeln ist mehr als ein bloßer Trend. Erst kürzlich veröffentlichte der Weltklimarat der Vereinten Nationen den Bericht „Climate Change 2021“ und fordert darin zum Handeln auf: Nur, indem die Menschen ab sofort Emissionen von CO² und anderen Treibhausgasen konsequent reduzieren, können wir der Klimaerhitzung entgegenwirken.

Ein Fokus liegt auf den Bereichen, in denen sehr viele Treibhausgase emittiert werden, also Energiegewinnung, Mobilität, Landwirtschaft. Ein nachhaltigeres Handeln ist jedoch in allen Lebens- und damit auch Unternehmensbereichen möglich und wird zur unternehmerischen Pflicht.

Software energieeffizient in der Cloud betreiben

Immerhin fast vier Prozent der globalen CO²-Emissionen gehen auf die Telekommunikationsbranche zurück. Am eigenen Leib erfahren haben das viele, die nach Monaten des Homeoffice die Nachzahlungsforderung für ihre Stromkosten im Briefkasten hatten. Im Unternehmen verbraucht nicht nur der Betrieb elektronischer Geräte wie Laptop, Bildschirme und Drucker Energie – auch der Betrieb von Software und Datenspeichern frisst Strom.

Betreibt ein Unternehmen Software auf eigenen Servern (On-Premises), kann es sich dafür entscheiden, diesen mit Strom aus regenerativen Quellen zu beziehen. Das ist grundsätzlich empfehlenswert und wird im Zuge der steigenden CO²-Steuer immer attraktiver. Allerdings fällt ein Großteil der Emissionen bereits bei der Produktion der Server-Hardware an. Zudem können Betriebe eigene Server nie so effizient auslasten wie ihr Pendant in einem Rechenzentrum. Daher ist die Nutzung der eigenen Infrastruktur in dieser Hinsicht im Nachteil.

Auch Software und Daten in der Cloud haben einen Einfluss auf das Klima. Unternehmen können sich für einen CO²-bewussten Cloud-Anbieter entscheiden. Diese nutzen für ihre hochmodernen Cloud-Server Energie, die zu 100 Prozent erneuerbar ist. Darüber hinaus beeinflusst der Nachhaltigkeitsgedanke bei diesen Unternehmen auch, wie sie ihre Rechenzentren planen und bauen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ausstattung mit einer energieeffizienten Klimaanlage, die das Rechenzentrum konstant auf eine gleichbleibende Temperatur herunterkühlen, um eine maximale Serverleistung zu ermöglichen. Darüber hinaus können Cloud-Server meist effizienter ausgelastet werden als selbst betriebene Hardware – das wirkt sich positiv auf die Gesamt-Emissionen aus.

Drei Tipps zum nachhaltigeren Umgang mit Soft- und Hardware:

Wie können Sie als Unternehmer:in selbst den CO²-Austoß reduzieren, ohne gleich einen kompletten Umzug der Serverlandschaft vorzunehmen? Mit diesen drei Tipps können Sie Emissionen Ihres Unternehmens durch Soft- und Hardware senken – und als erfreulichen Nebeneffekt Kosten einsparen!

  • Speicherplatz effizient nutzen:
    Ob im unternehmenseigenen Serverraum oder in einem Rechenzentrum: Server benötigen Energie. Und davon umso mehr, je mehr Daten darauf bewegt werden. Daten, die nicht mehr gebraucht werden oder die doppelt abgespeichert sind, sollten regelmäßig aufgeräumt werden. Je weniger Speicherplatz Sie verschwenden, desto weniger CO² fällt an.
  • Nur so viele Nutzerlizenzen wie nötig:
    IT-Infrastruktur sollte bedarfsgerecht sein. Dazu gehört auch, dass nur so viele Lizenzen genutzt werden, wie nötig – und nicht unnötigerweise mehr. Cloud-Lösungen bieten meist ein passendes Lizenzmodell und erlauben es, Lizenzen bei Bedarf aufzustocken oder abzumelden.
  • Gebrauchtgeräte verkaufen statt verschrotten:
    Die Kreislaufökonomie ist ein spannender Ansatz, um schonender mit begrenzten Ressourcen umzugehen. In vielen Unternehmen schlummern wahre Schätze an gebrauchter Hardware, die nicht mehr genutzt, aber auch noch nicht entsorgt wird. Auf dem Markt für Business-Hardware aus zweiter Hand finden diese Geräte eine neue Heimat – dazu sollten Sie die Daten jedoch zunächst rückstandslos löschen. Mit den zusätzlichen Einnahmen lassen sich oftmals andere Vorhaben – zum Beispiel die Nutzung einer CO²-neutralen Cloud-Software – finanzieren.

Remote Work als Klimaretter?

Ein nicht unerheblicher Teil der Emissionen in der Wirtschaft entsteht durch den Berufsverkehr, Dienstreisen und die Klimatisierung von Büros. Die Corona-Pandemie zeigt, welches Potenzial in der vermehrten Nutzung des Homeoffice steckt: Laut einer Studie des Umweltministeriums kann die Digitalisierung der Wirtschaft den deutschen CO²-Ausstoß um fünf Prozent reduzieren.

Eine Software, die ortsunabhängig sicher und zuverlässig verfügbar ist, macht es Unternehmen leicht, mobiles Arbeiten anzubieten. Die Mehrheit der Mitarbeitenden wünscht sich diese Möglichkeit. Insbesondere hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat es einige Vorteile, an bestimmten Tagen nicht an den Arbeitsort pendeln zu müssen. Neben der Zeitersparnis ergibt sich auch ein positiver Effekt auf das Klima, wenn das Auto in der Garage bleibt – oder erst gar nicht angeschafft werden muss.

Auch Dienstreisen können immer besser durch virtuelle Zusammenkünfte ersetzt oder ergänzt werden. Ist für ein Geschäftsessen wirklich ein Inlandsflug notwendig? Wenn die physische Anwesenheit unverzichtbar ist, bietet sich die Bahn als nachhaltigere Alternative an.

Fazit: Nachhaltiges Wirtschaften rechnet sich

Ökologisch umsichtiges und nachhaltiges Handeln wird auch für den Mittelstand immer wichtiger – und das keineswegs nur aus Imagegründen! Laut der Beratungsgesellschaft Accenture rechnet sich Nachhaltigkeit: Unternehmen, die hohe Standards in Sachen Umweltschutz erfüllen, verzeichneten zwischen 2013-2019 eine fast fünfmal höhere operative Gewinnmarge und geringere Volatilität als solche mit niedriger ESG-Performance. Die Abkürzung „ESG“ steht für „environmental, social, governance“ und bedeutet, dass diese Unternehmen versuchen, sich umweltschonend, sozial und im Sinne einer guten Unternehmensführung zu verhalten.

Das breite Angebot am Markt ermöglicht es, den Aspekt der Nachhaltigkeit bei Einkaufsentscheidungen miteinzubeziehen. Unser Cloud-ERP-System Haufe X360 wird schon von Beginn an CO²-neutral gehostet.

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